Digital wirksam im Workshop

Corona hat es unfreiwillig sichtbar gemacht. Deutschland hingt bei der Digitalisierung immer noch hinterher und die Gesellschaft ist immer mehr gespalten in die Innovatoren, die Early Birds als Gatekeeper, die frühen Nutzer, die späten Nutzer und die Nachzügler. Wer bei der Digitalisierung schläft, der verpasst Bildungschancen und wird immer mehr abgehängt. Das konnte man nun auch beim Homeoffice und Homeschooling feststellen. Viele Menschen fühlen sich abgehängt und sind deshalb unzufrieden.

In den letzten Wochen habe ich viel diskutiert mit meinem Freundeskreis und meinen Netzwerker*Innen. Es gibt auch in diesem Kreis viele Menschen, die z.B. einer Corona App misstrauen und Videokonferenzen eher meiden, da sie dort zu wenig einbezogen werden. Sie finden das Medium ermüdend und nicht effizient. Es gibt eine große Abneigung gegen die Tools und Apps im Netz.

Da ich eine begeisterte Anwenderin der digitalen Möglichkeiten bin, habe ich mich mit einigen Enthusiasten zusammengetan und lerne in der Co Learning Community. Mit Hannes Kropf aus Hamburg und Silvia Schorta aus Zürich/Lübeck habe ich die Plattform digitalwirksam.com  gegründet.

Beim LosCamp20 haben wir unseren ersten gemeinsamen Workshop gegeben und mit 14 Teilnehmern gemeinsam erarbeitet, was einen Workshop digitalwirksam macht.

Das Thema hieß:

Was ihr wollt – Do´s and Dont´s im digitalen Workshop

In diesem Workshop haben wir gemeinsam die besten Workshop- Erlebnisse, die schlechtesten Workshop- Erlebnisse und die Wünsche an einen besten virtuellen/digitalen Workshop zusammen getragen.

Die 45 min. vergingen wie im Flug und die zusammengetragenen Ergebnisse und Links sind mehr als dass, was wir vorher erdacht hatten, denn wir hatten 14 Experten im Raum. Der Workshop fand auf der Plattform MS Teams statt. Als gemeinsames Pad hatten wir ein CoPad des Veranstalters und dort trugen wir in Echtzeit alle Dinge zusammen und stellten sie uns gegenseitig vor.

  1. Mein bestes Workshop-Erlebnis: warum und womit 
  • Frauen Barcamp organisiert von Sandra Kiel (linkedin) – die Kombination aus Wissen und Austausch. Eher Mindset, weniger Didaktik. Einfach mal machen, kommt auch gut ;-).
  • Teamtag virtuell – Vormittag Input, Nachmittag Gaming -> Didaktik & Moderation kam sehr gut an
  • Welcome Day mit über 120 neuen MA – Didaktik, Mindset
  • Scrum Master-Schulung – Referent hat Tools super eingesetzt und trotz mehrtägiger Schulung dei TN begeistert
  • Digitales Barcamp Co Learning Community mit 500 Teilnehmern – Gefühl der Fülle, Begeisterung für die Community
  • Fortbildung zumThema Virtualiserte Workshops, Einbeziehung von Düften und Haptik
  • Tribe Offsite (40 Teilnehmer) – Didaktik: Mischung aus Pausen, Gruppearbeit, Plenum, Quiz, Voting, Achtsamkeitsübungen, etc.
  • Fortbildung zum Thema 1on1 Meetings Management/Angestellte: interkulturelle Probleme und Lösungsansätze aus der Teilnehmerschaft heraus.
  1. Mein schlechtestes Workshop-Erlebnis: warum und womit 
  • reine Input-Session / „Vorlesung“
  • Gesprochene Powerpoint“Vorlesung“ -> richtig schlimm, ja!
  • nur Input, kaum Pause
  • TN konnten mit der Technik nicht umgehen. Das gab Ausfälle und Verzögerungen. Zudem geben Firewalls von Unternehmen unterschiedliche Zugänge vom Office und Home-office
  • Technik hat nicht funktioniert, ständig brach Ton und Bild zusammen –> so habe ich immer wieder den Anschluss verpasst
  • Zu wenig Zeit in und zwischen den Workshopblöcken, daher gehetzte Atmosphäre, keine gute Interaktion
  • Training wurde 1:1 von Präzens auf Online umgestellt, da kein Colaborationstool genutzt werden konnte war das dann weitgehend eine Frontalveranstaltung
  • Webinare, an denen einer 50 Minuten lang spricht und 80 Leute die Kamera ausgeschaltet hatten
  • Webinare, mit 50-90 Minuten nur Inhalt – keine Interaktion. Fragen stellen (über den Chat) ist keine Interaktion.
  • Alte Bilder in Präsentationen (cliparts), keinerlei Didaktikkenntnisse bei Fachvorträgen.
  • Technische Unzulänglichkeiten nahmen Zeit und lenkten ab; Präsentationen, die nicht auf Onlinemedien angepasst wurden (zu textlastig)
  • Folienschlachten
  • Touristen im Workshop
  • sehr lange Pausen und kein Echo von den TN
  • Technik war manchmal Herausforderung
  1. Was wünsche ich mir von einem besten virtuellen/digitalen Workshop ever 
  • aktive Zusammenarbeit, gemeinsame Diskussion, Teilnehmer bleiben ‚dabei‘
  • Schwierigkeiten überwinden – schöne Icebreakers für  1) bestehende und 2) neue Teams
  • Organisation : Wo finde ich Informationen / Dokuablage, welche Tools werden wie wann genutzt? Timeframes
  • ein leichtes Handhaben: Plattform, die die Konferenz (inkl. Breakout-Sessions) anbietet UND das Handhaben mit dem Austausch.
  • Den Organisationsprozess vereinfachen: Vorbereitung – Durchführung – Nacharbeit.
  • Wie handhabe ich das Wissensmanagement – Tipps dafür. Für Firmen, die nicht eine große IT-Abteilung und HR-Abteilung dahinter haben.
  • echt kollaboratives Lernen
  • die Online-Situation wird nicht als lernhemmend empfunden
  • Workshop ist Teil (oder auch Startpunkt) für einen intensiveren Lernprozess der Gruppe
  • keep it simple – einfache aber effektive Dinge machen.
  • ein Tool –> 100 Möglichkeiten
  • gutes Timeboxing
  • Info der Teilnehmer VORAB über Einwahl ins /Bedienung des Tool
  • Interaktiv und Gruppenarbeiten
  • mal auch was Ausgefallenes wie bspw eine Morgengeschichte mit allen TN
  • Fehler sind erlaubt und kommen vor
  • auch etwas Experimentieren kam gut an und wünsche ich mir für die Zukunft
  • Ich wünsche mir Firmenübergreifende Zusammenarbeit
  • Guter didaktischer Aufbau: Plenum, Break Outs (moderiert/ facilitiert), Achtsamkeitsübungen, Pausen, Votings, Quiz etc.
  • alle schalten auch ihr Video ein und man kann sich sehen – es gibt stille Phasen und Plenumsdiskussionen
  • Netiquette! Jeder weiss, wie man sein Mic stummschaltet
  • Doku im Nachgang, IMMER!

Linktipps für Icebreakers: 

https://blog.sli.do/virtual-icebreakers/

Mittlerweile habe ich viele Erfahrung gesammelt bei der virtuellen Moderation von Netzwerktreffen. Viele partizipative Moderationsmethoden gehen hervorragend auch online, wie z.B. eine Aufstellung, ein Lean Coffee oder ein BarCamp. Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung Ihres digitalen Workshops brauchen, dann helfe ich Ihnen gerne.

Rufen Sie mich an.

2 Kommentare

  1. Liebe Johanna, ich danke dir recht herzlich für dein Feedback. Wow. Ich bin gerade sehr berührt. Unser barcamp hat Wirkung und Spuren hinterlassen. Bei vielen. Und das freut mich sehr weil das war die Intention dahinter ??

    1. Hallo Sandra,
      ich war zwar nicht dabei, aber unser Workshop hat dieses Feedback hervorgebracht. Schön, dass wir es an die richtige Stelle weiterleiten konnten. BarCamps sind einfach klasse und ein Frauen BarCamp hört sich doppelt toll an.

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