Lernen als Lebensprinzip – mein Weg zur Learning Professional
Vom autodidaktischen Kind zur Learning Professional
Lernen war schon immer Teil meines Lebens – lange bevor ich wusste, dass man damit eine Berufung machen kann. Schon als Kind brachte ich mir das Flötenspiel selbst bei, einfach durch Zuhören, Üben und Beharrlichkeit. Diese erste Lernerfahrung prägte mein Verständnis von Lernen als eigenverantwortlichen, freudvollen Prozess.
Doch die Schulzeit brachte mir das Gegenteil bei: Disziplin statt Neugier, Auswendiglernen statt Verstehen. Ich verlor vorübergehend den Spaß am Lernen – bis ich ihn über Umwege wiederfand.
Eine Karriere voller Wandel
Meine berufliche Laufbahn begann bei der Deutschen Post – zunächst als Verwaltungswirtin, später als Geschäftskundenberaterin, Qualitätsmanagerin, Trainerin und Organisationsentwicklerin. Jedes Projekt, jede Umstrukturierung bot eine neue Lerngelegenheit: Führungsseminare, Kommunikationstrainings, Verkaufsseminare, Prozessverbesserung mit Six Sigma oder die Leitung interner Netzwerke.
Ich lernte früh, dass nachhaltige Veränderung durch Menschen entsteht. Deshalb begann ich, Lernräume zu gestalten – formell wie informell. Ob Mitarbeiterzeitung, Unternehmensnetzwerk oder Großgruppenmoderation: Ich sorgte für Verbindung, Austausch und Vertrauen.
Netzwerke als Lernräume
Mit der Ausbildung zur Großgruppenmoderatorin begann meine Leidenschaft für kollektives Lernen. Ich gründete 2003 das Netzwerk Großgruppenmoderation e.V., das bis heute besteht, und setzte mich in meinem Fernstudium der Personalentwicklung intensiv mit Communities of Practice auseinander. Hier verband ich Wissenschaft mit Praxis – und entdeckte die Kraft des gemeinsamen Lernens.
In den folgenden Jahren engagierte ich mich in Netzwerken wie dem BDVT, intrinsify.me, der CoLearning Community und Working Out Loud (WOL). Diese Erfahrungen zeigten mir: Lernen ist ein sozialer Prozess. Es entsteht dort, wo Menschen sich gegenseitig inspirieren, unterstützen und sichtbar machen.
Lernen in Bewegung – Wandel gestalten
Meine Lernreise führte mich weiter: vom Aufbau von Frauennetzwerken über die Gründung des Klimanetzwerks Lippstadt bis hin zur Entwicklung des Wandelgangs – einem Lernpfad, der zur persönlichen Reflexion und Veränderung einlädt.
Ich erschaffe Formate, in denen Menschen miteinander lernen, nachhaltige Entscheidungen treffen und den gesellschaftlichen Wandel aktiv gestalten. Dazu gehören BarCamps, Zukunftsworkshops und die WandelBar – ein temporärer Lernort im Herzen von Lippstadt.
Lernkompetenz im digitalen Zeitalter
Mit der Digitalisierung wuchsen auch meine Lernfelder: virtuelle Moderation, digitales Community Building und schließlich Künstliche Intelligenz. Seit meiner KI-Lernreise im Rahmen des lernOS KI Mooc und des KI-Campus bringe ich Frauen in Netzwerken die Chancen von KI näher – praxisnah, niederschwellig und selbstbestimmt.
Lernen bedeutet für mich heute, sich ständig neu zu erfinden. Ob analog im Workshop, digital im Lernzirkel oder vernetzt im Community-Raum – ich begleite Menschen und Organisationen dabei, Lernkulturen zu entwickeln, die auf Vertrauen, Neugier und Zusammenarbeit basieren.
Heute und morgen
Heute arbeite ich als Learning Professional, Moderatorin und Netzwerkerin. Ich bringe meine Erfahrung aus über 40 Jahren Lernpraxis ein, um Lernräume zu gestalten, in denen Menschen sich entwickeln, Unternehmen vernetzt denken und Gemeinschaft entsteht.
Und wenn ich nicht lerne oder lehre, singe ich Tenor bei Masithi oder bin mit dem E-Bike auf Lernreise durch Europa – denn Lernen hört nie auf.
