Ein Teil vom Ganzen sein

Wann hattest Du das letzte Mal das Gefühl, wirklich Teil von etwas Großem zu sein? Ein Gefühl der Verbundenheit oder einfach nur das Gefühl ein Teil vom Ganzen zu sein.

Häufig fühlen wir uns getrennt vom Ganzen, wie z.B. in der eigenen Familie oder spüren die Zersplitterung der Gesellschaft, wo einer gegen den anderen scheinbar kämpft. Wir spüren die dauernde Konkurrenz, auch wenn wir eigentlich kooperierende Menschen sind.

Ich habe auf allen Seiten Menschen, die mir wichtig sind. Kämpft ihr noch um das, woran ihr glaubt oder nur noch gegen die, die es anders sehen?

Quelle: aus Judith in Judith, und das Wunder der Schöpfung

Ich möchte heute meine Erfahrung teilen, die ich bei meinem Musical Auftritt zur Uraufführung zu „Judith, und das Wunder der Schöpfung gemacht habe. Die Uraufführung war schon am 21.02. diesen Jahres und ich habe mit dem Chor Masithi aus Lippstadt an diesem Projekt mitgewirkt. Ich war eine Sängerin im Chor der 3000 Sänger*innen.

Das schöne am Chor- Singen ist ja, wenn man auf die anderen Stimmen hört und mit ihnen in Resonanz geht, wenn man also nicht die lauteste Stimme sein will, sondern darauf achtet, was in der Partitur gerade von einem erwartet wird und wie die anderen das umsetzen. Manchmal geht es darum eine Harmonie zu entwickeln und einen wohligen Dreiklang zu erzeugen und machmal geht es darum die Disharmonie auszuhalten und die Stimmen reiben sich förmlich aneinander und lösen sich erst später wieder in eine Harmonie auf. Singen ist also eine gute Übung, um auch im Leben mit dem Stimmengewirr zurecht zu kommen.

Hier eine sehr kurze Zusammenfassung des Musicals

Judith ist eine junge Frau, deren Welt ins Wanken gerät. Scheinbar gefangen zwischen gesellschaftlichen Spannungen und familiären Konflikten, stellt sie vieles infrage. Doch Judith will auch aktiv Stellung beziehen. Bei dem großen Druck, der auf ihr lastet, ist es allerdings alles andere als einfach, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Inmitten von Angst und Zweifel entdeckt sie das größte Wunder der Schöpfung: das Geschenk des Lebens.

Quelle: https://deropernfreund.de/musiktheater/musical/dortmund-judith-und-das-wunder-der-schoepfung-chormusical-der-stiftung-creative-kirche/

Heutzutage spüren wir im Leben diesen Druck, der auf uns lastet. Gerade Menschen die sich engagieren, wollen sich äußern und gehört werden und damit etwas zum Besseren verändern. Es gibt aber immer mehr den Versuch gerade Frauen mundtot zu machen, indem man gewalttätig (körperlich oder verbal) gegen sie vorgeht. Man versucht sie lächerlich zu machen und spricht nicht auf Augenhöhe mit Ihnen. Wir brauchen aber den Dialog und alle Stimmen müssen gehört werden, wenn wir weiterhin eine Demokratie sein wollen.

Der Rahmen für echtes Zuhören fehlt immer mehr in unserem Leben. Wo gibt es noch die Räume, in denen nicht nur Statements ausgetauscht werden, sondern in denen tiefe Gespräche stattfinden. Ich vermisse diese Orte und suche echte Dialoge.

Ab und zu können wir solche Räume noch finden und so ein Raum war im Februar für mich die Westfalenhalle in Dortmund. Hier wurden alle Stimmen aufgeführt, wie z.B. die Polizei und die Aktivistin. Wir hörten den Argumenten zu und der Chor unterstrich immer wieder, das Gesagte durch ohrwurmartige Kompositionen. Hör zu, hör zu, hör zu – war z.B. so ein Einwurf des Chors.

Die Westfalenhalle Dortmund verwandelte sich zur Uraufführung von
„Judith – und das Wunder der Schöpfung“ in einen Klangraum, der mehr sein wollte als ein gewöhnlicher Musical-Abend. Das Publikum begegnete einem Werk, das sich auch als kultureller Spiegel und religiös-gesellschaftlicher Appell verstand.

Quelle: https://www.ruhrgesichter.de/judith.htm

Ich war ziemlich skeptisch, als ich mich auf dieses Experiment vor einem 3/4 Jahr und den ersten Chorproben eingelassen habe. Können wir es schaffen, dass 3000 Sänger sich in ihren Heimatregionen vorbereiten und dann zur Uraufführung wie eine Gemeinschaft auftreten und alle gleichzeitig und rechtzeitig die Stücke einstudiert haben?

In der Woche vor der Aufführung musste ich mir noch einen schwarzen Hoodie kaufen, weil ich so etwas nicht besitze und es gab jeden Tag neue Regieanweisungen. Der Chor musste immer wieder in Rollen schlüpfen und so waren wir auch mal die schwarze Demomasse und der Konflikt der letzten und der „ersten Generation“ wurde auf der Bühne aufgeführt. Ein Konflikt der oft unsere Gesellschaft zerreißt.

Hier ein kleiner Einblick ins Musical:

Die Musicalmacher haben ja die Hoffnung, dass wenn wir uns mit dem Inhalt beschäftigen, wir wieder ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen für die Probleme unseres Lebens finden.

Und so tourt nun das Musical ab 2027 durch die Republik

Tourneeplan 2027 (Auswahl):
  • 31.01.2027: Mannheim, SAP Arena
  • 06.02.2027: Hannover, ZAG arena
  • 27.02.2027: Bonn, Telekom Dome
  • 20.03.2027: Stuttgart, Porsche-Arena
  • 10.04.2027: Nürnberg, PSD Bank Nürnberg ARENA

Ich kann den Besuch dieses Musicals auf jeden Fall empfehlen, denn die Story geht einfach unter die Haut und der Raum wird mit so viel Energie gefüllt, dass man noch lange nachschwingt – ein echter Resonanzraum.