Sketchnoting – meine Lernreise

Als ich dieses Jahr im März auf dem CLC Camp 26 in Berlin war, freute ich mich sehr, dass man sich noch an mich erinnert hat, obwohl ich schon längere Zeit nicht mehr real auf einer Community Veranstaltung war. Ich war die letzen Jahre mehr online dabei und konnte jetzt endlich wieder viele Kontakte beleben. Mit Johannes Starke aus Berlin hatte ich mich abends so in ein Gespräch vertieft, dass daraus sogar ein Projekt für dieses Jahr geworden ist. Wir haben festgestellt, dass wir beide mal Lust darauf hätten, eine Sketchnote Lernreise zu machen.

Gesagt getan, nach einigem hin und her mailen, hatten wir eine Gruppe von 5 Teilnehmern zusammen und starteten voller Elan zu meiner ersten Sketchnote Lernreise. Man muss dazu wissen, dass ich den Glaubenssatz habe: „Ich kann nicht zeichnen“. Also weg mit der Beschränkung und rein in das neue Abenteuer.

Unsere Lerngruppe besteht aus Verena Döhler aus Konstanz, Marina Belikova, Johannes Starke, Melanie Quednau (alle 3 von tts aus Berlin) und mir.

Wir hielten uns anfangs streng nach dem Lernpfad und nutzen die Katas um in die Welt des Sketchnotings  immer mehr einzutauchen. Jeder sollte zu Beginn sich ein Ziel setzen und für mich war es vor allem, einen Einstieg in diese Welt zu bekommen und den Pencil meines iPads auch einmal zum Zeichnen zu verwenden.

Hier meine Ziele für die Lernreise:

  1. Procreate nutzen können
  2. Schrift verbessern
  3. Icons zeichnen lernen
  4. erste Sketchnote posten
  5. ersten Blogbeitrag dazu schreiben
  6. Sketchnote im Alltag nutzen können

Mein Gefühl, ich kann gar nicht zeichnen wurde aber immer größer. Zum Glück gibt es ja „the noun project“ eine Plattform, auf der man jedes Wort als Icon dargestellt bekommt.
Neben Schriften, Icons, Rahmen, Schatten, Hintergründen und Layout bestand der Lernplan vor allem auch aus Reflexion, Feedback und das Wichtigste: Üben, üben, üben.

Zu Beginn musste ich mich durch eine große Zahl an Software durchkämpfen, bevor ich mich dann für procreate für meine Sketchnotereise entschieden habe. Der Kampf zu Beginn war groß, denn ich vergaß ständig die Ebenen auch wirklich einzusetzen und die Gesten, die man braucht um die verschiedenen Funktionen, wie z.B. Dinge zu kopieren und wieder einzusetzen. Es dauerte schon einige Wochen, bevor es mir leichter von der Hand ging.

Meine Mitstreiter waren überwiegend schon Grafikprofis, was mich dann doch schwer eingeschüchtert hat.  Aber ich konnte natürlich von deren Bildern und Sketchnotes sehr viel lernen. Für mich war dafür der Prozess der Lernreise sehr vertraut und ich kannte das Vorgehen mit den Warming ups, den Katas und dem Gesamtprozess.

Mittlerweile kann man mich stundenlang mit meinem iPad und dem Pencil dabei beobachten, wie ich Dinge aufschreibe, dann versuche das richtige Bild dafür zu finden und das Layout durch verschieben der Schrift und der Bilder wieder verändere. Manchmal ist das harte Arbeit für mich, aber manchmal ist es auch ein kreativer Prozess, der so etwas wie Spaß macht. Nicht immer bin ich dann mit dem Resultat zufrieden und möchte es auch manchmal nicht mal vorzeigen.

So erging es mir z.B. mit meiner Soul- Sketchnote. Ich fand meine Sketchnote zu kindlich und habe sie deshalb der KI zum Frass vorgeworfen und die hat so eine allglatte Sketchnote daraus gemacht, die man sich gut ansehen kann. Meine Mitstreiter waren aber entsetzt, was aus meiner schönen individuellen Zeichnung geworden ist und meinten, die KI Version hätte es verschlimmbessert. Aber, seht selbst.

                   

Das hat mich zu einem echten AHA Effekt in dieser Lernreise gebracht, über die ich noch ein wenig nachdenken muss. Wann ist KI kontraproduktiv und weshalb sollten wir unsere eigenen Ergebnisse mehr wertschätzen. Mein neuer Glaubenssatz lautet nun:

Ich möchte nicht meine eigene kreative Leistung, durch eine durchschnittliches KI -Ergebnis ersetzen.

Nun endet in 2 Wochen auch schon wieder diese Lernreise und ich bin sehr dankbar, dass sich vor allem Johannes Starke so um den Prozess gekümmert hat. Ich war schon mit dem Inhalt so sehr beschäftigt, dass ich nicht viel mehr Kapazitäten frei hatte. Johannes Starke hat die ganze Lernreise auch auf Social Media und seinem Blog begleitet, so dass ich jeder Zeit die einzelnen Wochen nachlesen kann.

Woche 0 – Teilnehmer kennen lernen – Absprachen
Woche 1 – Ziele festlegen
Woche 2- Schrift und Lesbarkeit
Woche 3– Visuelles Vokabular
Woche 4– Struktur durch Stifte und Farben
Woche 5– Struktur durch Layout
Woche 6– Dein Zwischenstand
Woche 7– Verständlichkeit
Woche 9– Vertiefen des eigenen Projekts
Woche 10– Spaß muss sein

Ohne meine Lerngruppe hätte ich schon sehr früh aufgegeben, denn Sketchnoting ist wirklich außerhalb meines Komfortbereichs. Ich bin immer noch nicht sehr zufrieden damit, aber bekanntlich macht ja Übung den Meister und damit möchte ich nun anfangen. Und wenn ich an mein Ziel am Anfang denke, dann hab ich doch Einiges bereits erreicht.