Ein bedeutender Fund für Lippstadt

Eine Kanonenkugel aus der Lippe – und wieder ein Beweis dafür, dass Lippstadt eine Insel ist

Letzte Woche habe ich in der Lippe, direkt vor unserem Garten, einen ziemlich besonderen Fund gemacht.

Ich wusste ja, dass unser Grundstück auf dem Gebiet der inneren Festung der Lippstädter Kernstadt liegt. Aber nun hatte ich plötzlich einen handfesten Beweis dafür – und zwar mitten in der Lippe.

Als die Stein-Schwellen der Kanustrecke vor unserem Garten noch einmal erhöht und dafür ein riesiger Berg Steine abgeladen wurde, beschäftigte ich mich danach ein wenig genauer damit. Die Bagger hatten nämlich nicht nur Steine auf die Haufen geworfen, sondern auch allerlei Unrat, der auf dem Grund der Lippe lag. Wie so oft kamen dabei Eisenstangen zum Vorschein – vermutlich Überbleibsel von früheren Bauarbeiten – dazu Plastik und Glasscherben.

Das störte mich, also bewegte ich einige Steine, um an den Unrat heranzukommen. Und plötzlich fiel mein Blick auf etwas, das ganz und gar nicht nach gewöhnlichem Schrott aussah: eine massive Eisenkugel.

Etwa drei Kilogramm schwer.

Durch die Stadtführungen, an denen ich schon teilgenommen hatte, wusste ich sofort: Das ist eine Kanonenkugel!

Natürlich musste ich meinen Fund erst einmal meinem Mann und unseren Mitbewohnern zeigen. Schnell kam die Idee auf, die Zeitung zu informieren und die Kugel erst danach im Stadtmuseum abzugeben. Das wäre doch eine schöne Geschichte für das Sommerloch!

Also schrieb ich unserer Zeitung eine gerade einmal zweizeilige Mail. Noch am selben Tag bekam ich eine Antwort von Andreas Balzer, von der Kulturredaktion. Es folgten mehrere Telefonate, mein Mann musste noch ein schönes Foto vom Fund machen – und dann hieß es: Am nächsten Tag würde die Geschichte in der Zeitung stehen.

Herr Balzer hat tatsächlich sogar noch mit der Stadtdirektorin gesprochen. Und auch sie bestätigte, dass ein solcher Fund an dieser Stelle durchaus möglich ist.

Nun ist die Eisenkugel bereits im Stadtmuseum. Ich bin gespannt, wann sie dort zum ersten Mal ausgestellt wird – und natürlich auch darauf, ob sie tatsächlich das ist, was ich in ihr sehe: ein kleines, aber ziemlich schweres Stück Lippstädter Festungsgeschichte.


Bildquelle: Wikipedia

Für mich ist dieser Fund jedenfalls einmal mehr ein Beweis dafür, dass Lippstadt wirklich eine Insel ist.

Lippstadt wurde im 17. und 18. Jahrhundert zu einer der mächtigsten Festungsstädte zwischen Rhein und Weser ausgebaut. Heute spürt und sieht man davon im Stadtbild nicht mehr allzu viel. Und doch scheint etwas von diesem Inselcharakter geblieben zu sein.

Die Lippstädter sind nach wie vor ziemlich eigensinnig, wenn es darum geht, mit dem Umland zu kooperieren. Manchmal verhalten sie sich tatsächlich wie typische Inselbewohner: ein bisschen abgeschottet, ein bisschen eigenwillig – und sehr überzeugt von ihrem eigenen kleinen Stück Welt.

Da ich gerade am Konzept „Insel des Guten“ arbeite, passt dieser Fund deshalb ganz wunderbar.

Und wer weiß: Vielleicht sollte ich einfach weitergraben.

Mal sehen, was es in Lippstadt noch alles zu entdecken gibt.

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