Digitaler Wandel

Die Digitalisierung verändert unser Leben in einem atemberaubenden Tempo. So verändern sich Berufe oder sie sterben sogar aus. Zeitungen werden z.B. immer häufiger online gelesen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel, aber verlangt von den Zeitungsmachern gravierende Veränderungen. Auch der Beruf des Briefzustellers hat sich in den letzten Jahren verändert. Die Liste der aussterbenden Berufe ist ellenlang, z.B. Zählerstandableser, Zeitungsreporter, Reisebüro Mitarbeiter, Druckereimitarbeiter, Steuerprüfer, Filialmitarbeiter von Banken etc.

Laut der Deutschen Wirtschaftsnachrichten ist jeder zweite Arbeitsplatz durch die Digitalisierung und die Automatisierung gefährdet.

Wie schnell sich unser Leben  verändert hat, zeigt dieses Bild sehr schön. Papstwahl 2005 und 2013

2013-Digitaler-Wandel-Papst               Original Fotos 2005 (Lucas Bruno) und 2013 (Michael Son)

Innerhalb von 8 Jahren hat scheinbar jeder Mensch ein Smartphone und kann jederzeit ins Internet und ist jederzeit online. Wie ich später entdeckt habe, sind diese plakativen Bilder doch nicht so eindeutig, da das erste Bild nicht beim Auftritt des neuen Papstes geschossen wurde, sondern bei einer Traueransprache für den alten Papst. Also kein Anlass, wo man begeistert Bilder schießt.

Mittlerweile sind auch Soziale Netzwerke in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sogar der Papst und die Bundeskanzlerin twittert und amerikanische Wahlen werden seit Obama nur noch mit Hilfe von Facebook und Twitter gewonnen.

Ich habe schon früh die Chancen der sozialen Netzwerke erkannt. Seit 2004 bin ich Xing Premium Mitglied und seit 2009 bin ich auf Facebook und twittere ich. Die Plattformen helfen mir bei der Kontaktpflege mit meinen Netzwerkpartnern und auch bei der Veröffentlichung von Texten. Nur wer gefunden wird, wird auch gelesen und kann dadurch etwas bewegen.

Ein schönes Video zeigt, wie sich die sozialen Netzwerke und Apps auf den Arbeitsplatz der Angestellten ausgewirkt haben. Vom „Volltischler“ zum Laptopbesitzer, der ortsungebunden arbeiten kann.

 

Die nächsten großen Schritte sind das Internet der Dinge. Dabei erfasst die Digitalisierung nun die Prozessabläufe im Unternehmen. Unter dem Stichwort Industrie 4.0 wird gerade über Fragen der Infrastruktur, der Sicherheit und der Standardisierung gesprochen.

Die Industrie 4.0 wird unsere Arbeit verändern. 

„Eine allseits vernetzte und sich selbst organisierende Produktion wird die Arbeitsprozesse stark verändern. 29 % der Unternehmen haben eine Strategie für Industrie 4.0 bereits erarbeitet. Mehr als die Hälfte der Unternehmen arbeiten an den Voraussetzungen für eine solche Veränderung.

Die Arbeit der Menschen wird zunehmend in planenden und steuernden Tätigkeiten liegen. Um ihre Mitarbeiter für diese Veränderungen vorzubereiten, müssen Unternehmen bereits heute die Qualifikationen konzipieren. Gefragt ist z.B. die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen, ein stärkeres interdisziplinäres Denken und Handeln, sowie eine höhere IT- Kompetenz.

Eine digitale Revolution gibt es also auch unter dem Stichwort Arbeit 4.0.

Worum geht es genau bei Arbeiten 4.0?

Es geht um die Fragen, ob wir angesichts der aktuellen technologischen Trends, gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen am Arbeitsmarkt ein neues Leitbild von Arbeit brauchen? Wie kann es aussehen? Arbeiten 4.0 beschreibt nicht die heutige Normalität in den Betrieben. Vielmehr zeigt Arbeiten 4.0 neue Perspektiven und Gestaltungschancen in der Zukunft auf. Der Titel „Arbeiten 4.0“ knüpft damit an die aktuelle Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, rückt aber die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse ins Zentrum.

In Unternehmen, die das Know-how zur Industrie 4.0 noch erarbeiten müssen, fehlt es weniger an der Technik, als vielmehr an der Fähigkeit, ihre eigenen Organisation zu verändern. Gleiches gilt auch für das Thema Big Data.

Big Data ist weniger eine technische Herausforderung als eine der Datenanalyse und des Datenschutzes.

Wir wissen, was du tun wirst. Sogar ehe du es selbst weißt.

Dieses Zitat kommt vom ehemaligen Google- Chef. Technisch ist es z.B. möglich herauszufinden, wer schwanger ist, denn das Kaufverhalten ändert sich in dieser Zeit. So hat eine Kaufhauskette in den USA einer 16 -jährigen Gutscheine für Babyartikel geschickt, bevor die Eltern von der Schwangerschaft wussten. Wollen wir das? Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch ethisch erlaubt.

Bei den Unmengen von Daten ist es wichtig zu wissen, was man eigentlich sucht? Was sind die richtigen Fragen? Die Auswertung großer Datenmengen erfordert zum einen hohe Investitionen in eine entsprechende Datenverarbeitung, aber vor allem auch in Personal. Das Denken in Netzwerken statt in Ketten nimmt zu. Wir werden nicht mehr Produkte entwickeln, sondern  stärker über Lösungen sprechen. Dies erfordert ganz neuen Fähigkeiten, die wir schon möglichst früh lernen sollten. Schon Schüler müssen heute lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und sich auf das Wichtige zu konzentrieren und vor allem sich Auszeiten von den digitalen Medien zu verschaffen.

Jeder Mensch sollte auch an die Zukunft denken und schon heute kann man die Zukunft beobachten. Denn Neuerungen kommen erst ganz langsam und dann exponentiell schnell Welche Trends und Technologien werden sich durchsetzen? Hier ein schönes Video von Gerd Leonhard (Futurist), der ein Gesamtbild für das Jahr 2020 schafft.


Viele Herausforderungen und viele Chancen liegen in diesen Veränderungen. Wie schnell sich Unternehmen und Gesellschaften auf die Digitalisierung und ihre Folgen einstellen, wie schnell sie neue Geschäftsmodelle erkennen und umsetzen, das wird über die Überlebensfähigkeit und die künftige Bedeutung von Wirtschaftsstandorten entscheiden.