Wie kommen Frauen in Führungspositionen?

Diese Woche gab es zwei interessante Veranstaltungen, die sich mit dem Problem der Frauen mit Kindern und Karriereambitionen auseinander gesetzt haben.

Am Mittwoch war ich in der Aula des EG Lippstadt zur Talkrunde „Karriere und Kinder – wie geht das wirklich?“ mit bekannten Journalistinnen und Redakteurinnen (Biggi Lechtermann, Katharina Kroll, Barbara Eligmann und Claudia Hage) sowie dem Karriereberater Lutz Thimm.

Fazit:

Als karriereambitionierte Frau sollte man schon bei der Partnerwahl aufpassen, dass man einen Partner wählt, der einem den Rücken frei hält. Diese Unterstützung haben die männlichen Karrieremänner nämlich auch und ohne Lebenshilfe im Hintergrund geht „Karriere machen“ oft nicht.

Außerdem sollte man sich Kinderbetreuung und Haushaltshilfen einkaufen und dabei nicht zu sehr auf das Geld schauen. Am Anfang geht das Gehalt der Frau meist ganz für Kinderbetreuung drauf, aber später profitiert man/frau davon.

Man sollte drittens gelassen bleiben, wenn es um die Kindererziehung geht. Irgendwie wurschtelt man sich da schon durch. Gelassenheit ist manchmal besser als eine Helikoptermutter zu sein.

Auf der Veranstaltung “ IHK – Forum Wirtschaftsfrauen“ präsentierte gestern Abend dann Prof. Dr. Carsten Wippermann die Ergebnisse der Studie „Brücken und Barrieren für Frauen in Führungspositionen“, die 2009 im Namen des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlicht wurde. Studie

In der Studie interviewten Männer (Professoren und Mitarbeiter der Uni) deutsche Vorstände in großen Unternehmen. Insgesamt wurden 120 Tiefeninterviews geführt, die über mehrere Stunden gingen. Das besondere daran, nach 45 min. verstellten sich die Vorstände nicht mehr hinter ihrer political correctness, sondern redeten Tacheles.

Die Eindrücke die Prof. Dr. Wippermann hier gesammelt hat, haben ihn davon überzeugt: Wir brauchen eine Frauenquote (auch wenn er sie nicht für die beste Lösung hält), damit sich etwas in der Kultur verändert. „Wir müssen Mentalitätsmuster aufbrechen, um in einen neuen Gleichgewichtszustand zu kommen“.  Weiter sagt er: Wir haben seit Jahren eine informelle Männerquote“.

Deshalb brauchen wir einen Wandel auf verschiedenen Ebenen und zwar:

  • politisch
  • betrieblich und
  • kommunikative Maßnahmen.

Fazit von Prof. Dr. Wippermann:

Es sollte Unternehmensziel sein, Frauen im Vorstand zu haben.  Dafür muss es einen Zeitplan geben und es muss Verantwortliche für die Zielerreichung und auch Sanktionen geben. Der Prozess muss transparent sein und dass kreative Potenzial der Frauen sollte bei der Umsetzung schon genutzt werden.

Leider ist die Studie aufgrund des Wechsels im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der Amtszeit von Kristina Schröder nicht mehr weiter verfolgt worden und die Ergebnisse sind nicht allgemein bekannt.

Mein Fazit zu beiden Veranstaltungen:

Wir brauchen in den Unternehmen starke Frauennetzwerke, denn die Männernetzwerke gibt es bereits und sie scheinen gut zu funktionieren. Den Frauen  mangelt es schon lange nicht mehr an der nötigen Kompetenz, sondern an förderlichen Strukturen und vielleicht noch am Selbstwertgefühl. In einer starken Gemeinschaft kann man beides entwickeln.

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