New (Work) Learning

Die Themen über die wir uns Gedanken machen müssen, werden immer komplexer. Corona, die Impfung, Digitalisierung, die Klimakrise, das Artensterben sind nur einige Lernfelder die wichtig und dringlich sind, und die einen einzelnen Menschen völlig überfordern.

Seit der Pandemie wollen viele anders arbeiten und müssen anders lernen, da die normalen Bildungsmechanismen nicht mehr funktionieren.

Außerdem braucht New Work auch eine neue Lernkultur. Wir sprechen jetzt vermehrt vom New Learning.

Hier geht es um:

  • e-Learning
  • agiles Lernen
  • Soft Skills
  • Upskilling (Höherqualifizierung)
  • Kollaboratives Lernen
  • selbstgesteuertes Lernen
  • Soziales Lernen
  • neue Mindset
  • Verlernen, Loslassen und Aufhören etwas zu tun
  • Experimente
  • Lernen aus Fehlern
  • Lernprozess- Reflexion
  • Freie Ressourcen (OER, MOOCs)
  • Lern- Coaching

New Learning ist sinnstiftendes Lernen für das Individuum und für die Organisation, es ist selbstorganisiert und an die individuellen Bedürfnisse angepasst und wird durch die Kultur des Arbeitgebers ermöglicht, da er die nötigen Freiräume und Rahmenbedingungen schafft. 

Die Bedeutung der Community

Lernen ist dabei nicht an einen Arbeitgeber geknüpft, sondern kann auch interorganisational, d.h. über Unternehmensgrenzen hinweg und zu einem bestimmten Thema organisiert sein, wie z.B. bei Working out loud und der WOL Community. Lernen findet immer häufiger in einer Community of Practice statt.

Über die Möglichkeiten des E-Learnings und des Kollaborativen Lernens habe ich über die Co-Learning Community, über Working out loud, mit digitalwirksam und mit meiner MasterMind Gruppe viel erfahren.

Hierzu ein Podcast  und als Text von managerSeminare:

Lasst das Lernen frei – Die Zukunft des Lernens – die Vision der Co Learning Community für das 2025.

Es braucht die Community, um z.B. neue Software, die einem das Lernen und Arbeiten erleichtert soll, zu testen, zu bewerten und zu vergleichen.

Die Digitalisierung ist in erster Linie kein technisches Problem, sondern eine Kulturfrage. Oft muss man etwas verlernen, wie z.B. den Wettbewerbsgedanken, um etwas Neues zu lernen, z.B. zu kooperieren.

Eine weitere Lernumgebung ist für mich das Netzwerk move-your-vision mit seinem Ableger der „Wandelinas“ zum Thema Transformation. Wie schaffe ich es mich zu verändern? Wie ist der Prozess? Was hilft mir dabei mich zu verändern? Fragen, die man erst mit sich selbst klären muss und dann auf ein Team oder eine Organisation übertragen kann.

Lebenslanges Lernen – Transformation – Kooperation

Diese 3 Dinge brauchen wir für das 21. Jahrhundert.

Was sollen wir aus der Klimakrise lernen?

Ich habe mich seit 2019 mit der Thema Klimakrise beschäftigt und durch die Netzwerkarbeit sehr viel gelernt. Das Netzwerk ist meine Community of practice (cop) für das Thema Klimakrise. Dort habe ich auch gelernt, wie wichtig es ist das Wachstumsdenken zu überwinden und mit weniger Konsum glücklich zu werden. Was nützt es mir die Welt zu erobern und zu bereisen, wenn ich noch nicht mal in der Lage bin, das Gesehene und Erlebte zu genießen, meine Gedanken zu sortieren und bewusst zu leben. Manchmal ist weniger mehr.

Urban Gardening – zurück zu den Wurzeln

Ein großes Lernfeld ist für mich die Teilnahme am Dorfgarten in Dedinghausen. Wir haben dort ein großes Gartengründstück gleich hinter der Kirche zur Verfügung gestellt bekommen und können uns dort gärtnerisch austoben. Ich bin für das Kräuterbeet zuständig. 2018 und 2020 hatten wir große Schwierigkeiten mit der Wasserversorgung, da unser Brunnen gegen Ende des Sommers austrocknete. Wir haben uns gemeinschaftlich um das Thema Permakultur gekümmert und uns darüber Gedanken gemacht, wie wir die Erde wieder verbessern können, damit wir keinen Dünger zukaufen müssen. Auch chemische Schädlingsbekämpfungsmittel gibt es bei uns nicht. Einige Ernten sind dabei schon den Schädlingen zum Opfer gefallen, aber unser Kompost ist mittlerweile hervorragend und unsere Maßnahmen gegen Schädlinge werden immer perfekter. Wir wissen nun welche Pflanzen sich gegenseitig bei der Schädlingsbekämpfung unterstützen und welche Dinge an welcher Stelle im Garten am besten wachsen. Mein Lernfeld war aber auch das Zusammenspiel der einzelnen Individuen und wie man eine Arbeitsorganisation so aufbaut, dass jeder das Gefühl hat in seinen Entscheidungen frei zu sein und selbstmotiviert zu arbeiten.

Um im 21. Jahrhundert klar zu kommen, müssen wir ständig unsere Ansichten hinterfragen und sie gegebenenfalls loslassen und erneuern.

„Ohne Wachstum funktionieren unsere Systeme nicht.“

Das ist eine veraltete Weisheit, die nun nicht mehr stimmt und mit denen wir aufhören müssen. In einem endlichen System, können wir nicht unendlich wachsen. Unsere Gesellschaft geht nicht am fehlenden Wachstum zugrunde, sondern an der fehlenden Veränderungs-geschwindigkeit der Bevölkerung. Es gibt zu viele Menschen, die in ihrer Bubble gefangen sind und aufgehört haben zu lernen. Sie fühlen sich als Opfer der Systeme, aus denen sie sich nicht alleine befreien können.

Personalentwicklung hat hier die Aufgabe, den Mitarbeiter*innen als Lotsen in den neuen Lernumgebungen zu dienen. Es geht um das Ermöglichen von Lernen. Lernen muss jede (r) selbst und zwar freiwillig und selbstbestimmt.

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht weite Teile der Bevölkerung verlieren, bei der Geschwindigkeit der Veränderungen. Nicht alles was technisch möglich ist, ist für den Menschen auch sinnvoll. Und nicht alles was Gewinn bringen kann, bringt uns als Gesellschaft weiter.

Im 21. Jahrhundert kann niemand mehr aufhören zu lernen.

Alle müssen sich ständig neu erfinden und weiterlernen. Psychische Stabilität ist dabei wichtig, damit man die Veränderungen als Chance begreifen kann. Der Mensch ist aber lernfähig, denn das Gehirn verändert sich bis ins hohe Alter. Wichtig für das Gehirn sind Erfahrungen, die unter die Haut gehen, also Emotionen verursachen.

Jede Krise ist daher eine Lernchance. Was wir durch Corona lernen können:

Der Mensch ist Teil der Natur und wir sind mit allem verbunden.

Bildquelle: Photo by Yan Krukov from Pexels

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