Klimaschutz im Flow

Alles ist schwierig, bevor es leicht wird!

Dieser Spruch hängt hinter mir an der Wand und hilft mir, immer wieder neue Dinge zu beginnen.

Vor 2 Jahren habe ich mich dem Thema Klimaschutz angeschlossen und in Lippstadt mit anderen Aktivisten das Klimanetzwerk gegründet. Es war ein Netzwerk wie so viele, die ich bereits gegründet oder begleitet habe. Wir haben die üblichen Phasen der Netzwerkentwicklung durchlaufen und sind vom kleines Startup, zu einer sichtbaren Organisation geworden.

Dieses Mal war das besondere aber das Thema „Klimaschutz“. Dieses Thema ist so groß und so komplex, dass ein Mensch allein, die Inhalte nicht fassen kann. Deshalb haben wir auch gleich 6 Arbeitsgruppen gebildet und darüber hinaus auch noch Projektgruppen, die sich um das Netzwerk und die Außendarstellung kümmerten.

Corona hat uns wenig beeinträchtigt, da wir sofort die digitalen Medien für uns genutzt haben und innovative Tools nutzten. Jetzt nach 2 Jahren fragt sich das Kernteam, sind denn noch alle dabei? Haben wir auf dem Weg Menschen verloren? Wie weit sind wir beim Thema Klimaschutz in Lippstadt?

Gerade die Menschen, die besonders gepowert haben, sind darüber enttäuscht, was wir erreicht haben. Aber wenn man einmal von oben drauf schaut, dann ist es enorm.

Ich denke, wir haben es in Lippstadt geschafft durch die verschiedenen Netzwerke und Initiativen, nicht nur zusammen zu kommen, sondern nun auch Projekte umzusetzen. Wir sind mit 3 Mitgliedern im Umweltbeirat, in den Gremien, die Klimaziele definieren für die Stadt und arbeiten auch in anderen Projekten der Stadt mit, wie z.B. dem Projekt Zentrenmanagement.

Wir werden in Lippstadt z.B. ab 01.01.2021 einen Projektleiter für innovative Klimaschutzkonzepte haben. Dies ist ein Erfolg, der fast untergegangen ist. Der Projektleiter wird zu 80 % vom BMU im Rahmen des Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Seine Aufgabe wird es sein, Klimaprojekte zu managen, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung voranzutreiben, Qualitätsmanagement zu betreiben und eine Plattform für Klimaschutzprojektideen aufzubauen, so dass die Bürger*innen echte Teilhabe an Entscheidungsprozessen bekommen.

Unser Anteil an diesem Erfolg ist nicht sofort ersichtlich, denn wir haben in vielen Ratssitzungen und Ausschusssitzungen durch Anregungen und als Beobachter dazu beigetragen, dass Klimaschutz in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Wir haben mit den Parteien gesprochen und sie für dieses Themen sensibilisiert.

Wir haben sogar die MdB einzeln gesprochen und sie immer wieder auf die Bedeutung des Klimaschutzes für die menschliche Existenz hingewiesen und sie nicht aus der Verantwortung entlassen.

Nach 2 Jahren laufen viele Dinge in Lippstadt schon ganz anders. Klimanetzwerk und Klimabündnis der Stadt arbeiten Hand in Hand, so dass sogar Netzwerker sich manchmal versprechen und Klimabündnis statt Klimanetzwerk sagen. Das liegt daran, dass Klimanetzwerker in großer Zahl auch im Klimabündnis mitarbeiten.

Wir haben mittlerweile 2 Arbeitsgruppen wieder aufgelöst, da die Teilnehmer alle auch im Klimabündnis mitarbeiten und dort nun die Projekte laufen. Solche Projekte waren z.B. der Mobilitätstag  2021 und die Teilnahme der Energiegruppe an der Lippebau.

Im Sommer wurden wir sogar Schauplatz einer ZDF Aufzeichnung, da PlanB zeigen will, wie der Wattbewerb (Wettbewerb von Städten für den Photovoltaikausbau) eine Stadt in Bewegung bringt. Die Ausstrahlung ist leider noch nicht terminiert.

Die ersten 2 Jahre eines Netzwerkes dienen eigentlich dazu die Strukturen aufzubauen und die Sichtbarkeit einer Organisation nach innen und außen zu sichern. Gut ist natürlich, wenn die Organisation dann genügend Energie hat und in den Flow kommt.

In diesen Tagen ist Mihály Csíkszentmihályi, der „Vater des Flow“, gestorben. Dies ist nochmals Anlass zu schauen, wie man in diesen Flow eigentlich kommt. Flow bedeutet, dass man einen Bewusstseinszustand erreicht, in dem man in einer Tätigkeit vollkommen aufgeht. Hochkonzentriert ganz im Hier und Jetzt zu sein und dabei Raum und Zeit völlig zu vergessen. Es ist ein Zustand völligen Glücks.

Voraussetzung für dieses Flowgefühl ist es, dass man bei der Tätigkeitsausführung weder unter- noch überfordert ist, sondern dass sie den eigenen Stärken, Werten und Zielen vollkommen entsprechen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann kann der Mensch gesund, zufrieden und glücklich arbeiten.

Eine Steigerung dieses Gefühls ist es, wenn man das Gefühl nicht alleine hat, sondern wenn ein ganzes Team sich in diesen Zustand bringt. Dann kann man sogar messen, dass sich Gehirnaktivitäten synchronisieren.

Erleuchtung ist ein Gruppenprozess

Deshalb ist es so wichtig, dass wir Veranstaltungen wie z.B. das 1. Lippstädter BarCamp durchführen. Hier kann man Energien erleben und Veränderungen begreifen.

Ich wünsche mir, dass der Klimaschutz in Lippstadt nun leichter wird und Flügel bekommt. Das wir gemeinschaftlich in diesen Flowzustand kommen. Ich wünsche mir, dass Glasgow und die Koalitionsverhandlungen der Ampelregierung so viele Impulse setzen, dass es leichter wir, da die Rahmenbedingungen stimmen.

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