Quo Vadis Kulturentwicklungsplanung in Lippstadt

Um den Prozess der Kulturentwicklungsplanung in Lippstadt hat es in den vergangenen Tagen und Wochen viel Wirbel gegeben. Meine Erfahrungen und kritischen Anmerkungen habe ich als Gastautorin im Lippstädter Onlinemagazin Elippse niedergeschrieben.

Leider ist die Elippse mittlerweile als Onlineredaktion nicht mehr im Internet zu finden. Hier deshalb mein Beitrag vom Juni 2013.

Um den Prozess der Kulturentwicklungsplanung  in Lippstadt hat es in den vergangenen Tagen und Wochen viel Wirbel gegeben. Unsere Gastautorin, die Lippstädter Netzwerkexpertin Johanna Brühl, hat den Prozess kritisch begleitet und sich dazu eigene Gedanken gemacht. Johanna Brühl ist u.a. selbstständige Trainierin und hat große Erfahrung in der Begleitung von Veränderungsprozessen und in der Großgruppenmoderation.

Hier lesen Sie Ihren Gastbeitrag:

Mit der letzten Veranstaltung am 22. Juni. ist nun ein fast halbjähriger Kulturentwicklungsprozess unter Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung zu Ende gegangen. Nach der Stärken- Schwächen Analyse im Februar in Form eines World Cafés, der Visionskonferenz im April, der Zieldefinition Anfang Juni, fand nun der Workshop mit dem Ziel der Beschreibung aller Projekte statt. Mit diesen Projektbeschreibungen soll die Stadtverwaltung einen Plan zur konkreten Umsetzung und Finanzierung vorbereiten und dem Rat zur Entscheidung vorlegen. Die Umsetzungsarbeit für Wolfgang Streblow vom Fachbereich Kultur beginnt also jetzt erst richtig.

Der gemeinsam erstellte Maßnahmenplan umfasst drei Maßnahmen:

  1. Erstellung eines Kulturhandbuches als virtuelle Plattform aller Kulturschaffenden, die auch der Vernetzung dienen soll.
  2. Suche einer Immobilie bzw. Errichtung eines Kulturzentrums. Dies ist ein angesagter Ort für alle kulturell Interessierten bzw. Kulturschaffenden. Im Kulturzentrum soll es auch einen Kultursalon geben, als kultige Location in der sich Künstler treffen und sich austauschen und vernetzen können und die auch Präsentationsmöglichkeiten für Kulturschaffende bietet.
  3. Planung des Kulturforums im kommenden Jahr. Das Kulturforum ist ein Event für alle Kulturschaffenden und kulturell Interessierten, auf dem wir 2014 einen Rückblick auf den Kulturentwicklungsprozess werfen wollen und das Jahr planen wollen. Es soll auch zur Vernetzung der Kulturcommunity dienen.

Kulturentwicklungsplanung geht weiter

Außerdem wurden noch folgende Dinge besprochen, die ebenfalls zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Beispielsweise soll ein Kulturrat gebildet werden. Dies wäre eine neue Institution in der Stadt. Hier können Kulturschaffende mitsprechen und die Kultur mit entwickeln. Der Kulturrat entsendet einen Vertreter in den Kulturausschuss der Stadt Lippstadt. Bei nächster Gelegenheit sollen der gemeinsame Kultur – und Schulausschuss wieder in einen Schul- und einen Kulturausschuss getrennt werden. Der Kulturausschuss ist ein politisches Gremium und hat folgende Funktionen:

  • Vorberatung von Angelegenheiten, deren Entscheidung dem Rat obliegt.
  • Eigenständige Entscheidung bei übertragenen Aufgaben.

Die Konferenzen wurden vom Osnabrücker Kulturberater Reinhart Richter moderiert. Das Konzept der Veranstaltungen beinhaltete schon aufgrund der Konzeption einige Schwierigkeiten. So brauchten die Teilnehmer nicht an allen Veranstaltungen teilzunehmen. Dies hatte zur Folge, dass man ständig wieder Begriffe neu erklären musste, z.B. den Begriff Kultur, Kulturrat, Kulturzentrum, Kultursalon und Kulturausschuss. Dies war auf die Dauer nervend und anstrengend. Einige Künstler wollten die Veranstaltung für Ihre Zwecke instrumentalisieren und interne Streitereien, wie z.B. die Qualität in der Kunst diskutieren. Aber darum ging es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Diejenigen, die an allen Veranstaltungen teilgenommen haben, haben auf jeden Fall jetzt schon einen schönen Vernetzungsprozess erlebt. Auf diesem Facebook-Link und diesem Lippstadt-Blog kann man alle Ergebnisse nachlesen und kommentieren.

Autorin: Johanna Brühl